Jump

Jump! - Seminar

("jump" heißt "spring" und das Ausrufungszeichen betont die Aufforderung zum Springen in die eigene Zukunft nochmals ausdrücklich)
Am 02.09.09 waren zwei Trainer - Herr Saul und Herr Herold - der Unternehmensberatungsfirma UP-Consulting in den Klassen 9a und 9b der Pestalozzischule zu Gast, um die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in die Berufswelt ein Stück voranzubringen. Diese Beratungsprofis sind richtig teuer und die Schule konnte sie nur deshalb einladen, weil die Sparkasse Goslar / Harz sowie die Bundesagentur für Arbeit die Kosten dafür übernommen haben dafür ein herzliches Dankeschön!
Weil diese Beratungsprofis "was drauf haben" und ihr Geld wirklich wert sind, wurde den Schülern vorher durch die Klassenlehrer klar gemacht, sich vernünftig wie junge Erwachsene auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft zu verhalten. Das hat bei der Klasse 9b auch prima geklappt, so dass vom Trainer hinterher auch ein dickes Lob ausgesprochen wurde. Leider waren hier die zwei Schüler mal wieder nicht da, die so oft nicht da sind und für die dieses Seminar besonders wichtig gewesen wäre
Anders die Klasse 9a: pubertäre Kaspereien, so dass der Klassenlehrer dauernd eingreifen musste und kleinkindhaftes Verhalten einiger Schüler zeigten deutlich, dass einige den Ernst der Lage in Bezug auf die eigene Zukunft noch nicht erfasst haben. Der Klassenlehrer hat sich jedenfalls für dieses Verhalten seiner Klasse geschämt!
Das Seminar bestand aus zwei Teilen:
Teil 1: Start it: Berufsorientierung im Internet
Auf dem Jump!-Internet-Portal kann man wunderbar Berufsorientierung online betreiben. Besonders wichtig ist die dort zu findende Aussage, dass man im Portal Hilfestellung leisten kann und einen noch unsicheren jungen Menschen begleiten kann, aber springen muss letztendlich jeder allein in seine berufliche Zukunft.
Ich kann, nachdem ich mich im Jump!-Portal eingeloggt habe, mich über Berufe informieren, diese abspeichern, vertiefende Informationen über den Traumjob finden, mich über angebotene Ausbildungsplätze schlau machen und die eigenen Interessen, Stärken und Neigungen erkunden. Über Links ist eine Vernetzung mit den Portalen der Agentur für Arbeit möglich, so dass keine Frage unbeantwortet bleibt. Im Seminar haben wir das im Computerraum mit einigen von unseren Wunschberufen schon mal geübt.
Hier der Link zum Jump!-Portal direkt in den Landkreis Goslar:

Jump!-Jobbörse in Goslar

Teil 2: Der "1. Eindruck" Praktikumsvorbereitung
Unser dreiwöchiges Betriebspraktikum startet am 14.09.09. Alle Schülerinnen und Schüler sind schon ganz aufgeregt, was uns erwartet. Aus diesem Grund war es total hilfreich, dass uns im dreistündigen Seminar "Der 1. Eindruck" einmal der Spiegel über unsere Wirkung auf andere vorgehalten wurde. Außerdem hat unser Trainer uns erläutert, wie wir im Betrieb Werbung in eigener Sache machen können, um z.B. eine Ausbildungsstelle zu bekommen (juhu!) und wie wir Missverständnisse und Kommunikationsstörungen in diesem Verständigungsprozess vermeiden können.
Der 1. Eindruck: Herr Herold machte dies an einem sehr anschaulichen Beispiel deutlich: Er kommt als Fremder in die Klasse und die Tafel ist nicht geputzt schlimmer noch: mit der "krakeligen" Handschrift vom Lehrer "vollgekritzelt" .erster Eindruck: "Looser-Klasse". Zweites Bild: Herr Herold geht hinaus, kommt wieder herein, die Tafel ist supersauber .
2. Eindruck: keineswegs besser, weil sich der 1.Eindruck schon im Bewusstsein und daher in seiner Meinung festgefressen hat. Dies ist nur gemeint als übertragenes Bild auf den Eindruck, den man auch im Betrieb hinterlässt: die Ohrstöpsel vom MP3-Player hängen noch aus der Tasche voll daneben. Dieses Beispiel kann man beliebig fortsetzen in Bezug auf viele Kleinigkeiten, die doch so wichtig sind.
Danach gab es Arbeitsaufträge für vier Gruppen mit dem Zeitansatz von jeweils 10 Minuten in dieser Zeit nicht zu schaffen, aber keiner hat sich beschwert! Dies war absichtlich so geplant weil auch das Erkennen von unrealistischen Forderungen eines Chefs und das angemessene Beschweren zum Alltag eines Auszubildenden gehören. Unsere Aufträge in den Gruppen lauteten:

1. Was erwartet der Betrieb (ihr in der Rolle als Chef) von einem Praktikanten?
2. Welche Unterschiede gibt es zwischen der Schulwelt und der Arbeitswelt?
3. Welche Vor- und Nachteile bietet das Praktikum aus Sicht des Betriebes?
4. Welche Vor- und Nachteile bietet das Praktikum aus Sicht des Schülers?

Die Ergebnisse dieser Gruppenarbeit kann man auf den fotografierten Flipcharts (modernes Wort für Plakat) ablesen. Einige Gruppen lieferten zu diesen Fragestellungen sehr gelungene tolle Darstellungen und Präsentationen ab. Andere Gruppen wiederum taten sich schwer in der gemeinsamen Erarbeitung, zeigten sich in der Vorstellung der Ergebnisse nicht als Team und präsentierten auf ihren Plakaten Ergebniszusammenfassungen, die kaum etwas mit dem Thema zu tun hatten, so dass wir diese Gesichtspunkte am nächsten Tag noch einmal komplett gemeinsam erarbeiten mussten.
Der letzte Teil des Seminars beschäftigte sich mit der Kommunikation (= Verständigung, Austausch, Verbindung) zwischen Menschen in einem Betrieb. Herr Herold und der Klassenlehrer stellten fest, dass sie beide Fußballfans sind, allerdings jeweils verschiedenen Vereinen die Daumen drücken. Dieses Interesse für Fußball ist trotz unterschiedlicher Auffassung über das Können einzelner Vereine eine gute Basis für einen fruchtbaren, interessanten Meinungsaustausch, den beide nicht zerstören wollen. Vielmehr möchten sie im Gespräch miteinander ihren Wissenshorizont wechselseitig erweitern.
Als Praktikant hat man kleinere Lebenserfahrungsinseln als ein Erwachsener, Geselle oder Chef und trotzdem kann man wechselseitig auf einer gedanklichen und gefühlten Reise zueinander über eine Brücke kommen. Aus den Anfangsbuchstaben des Wortes "REISE" kann man die wesentlichen Punkte herausfiltern, damit trotz eines großen Lebenserfahrungsunterschieds eine störungsfreie, für alle Beteiligten erfolgreiche, angenehme und produktive Kommunikation stattfindet:
R: Respekt
E: Erfahrung / den anderen Ernst nehmen
I: Informationen geben / Interesse zeigen
S: Sympathie
E: Ehrgeiz / Energie
Eine Kommunikation lebt von einer Einigung, vom aufeinander zugehen, deshalb könnte man anstatt einigen auch "zweinigen" sagen.
Am Ende des interessanten Seminars formulierte unser Trainer der im übrigen darüber sehr erstaunt war, dass man sich aus Bequemlichkeit einen Praktikumsplatz im Einzelhandel besorgt hat, obwohl man eigentlich Altenpflegerin werden will - folgenden Satz:
"Wenn ihr immer noch keinen oder den falschen Praktikumsplatz habt, dann seht in den Spiegel dort seht ihr den Menschen, der dafür verantwortlich ist!"