Worthschule: Jetzt auch Sudmerberg als Alternative
Für Sommer 2009 vorgeschlagener Umzug der Grundschule an die Pestalozzi-Förderschule bereitet der Politik weiterhin Bauchschmerzen

Von Frank Heine
GOSLAR. Für die Grundschule Worthstraße liegt seit Donnerstag eine weitere Standort-Alternative auf dem Tisch: Ein von Bürgermeisterin Renate Lucksch (SPD) verteilter umfangreicher Prüfauftrag der SPD! FDP-Mehrheit nennt die Grundschule Sudmerberg als mögliche Variante, die an die Stelle der von der Verwaltung favorisierten Pestalozzi-Förderschule treten könnte. Ein greifbares Ergebnis, nachdem die nicht öffentliche Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung in der Worthschule getagt hatte.
"Ich bin mir bewusst, dass wir ein Fass aufmachen", erklärte Lucksch gestern, "weil es um die Anderung von Schulbezirksgrenzen geht, aber eine Überlegung ist der Vorschlag allemal wert." Die Fachausschuss-Vorsitzende argumentiert mit sinkenden Schülerzahlen in Sudmerberg, regt eine sukzessive Umorientierung der Ohlhöfer Grundschüler nach Jürgenohl an, verweist auf eine konzeptionell schwierige Mischung von Grund- und älteren Förderschülern an der Pestalozzischule und fordert eine Einbeziehung aller Beteiligten in die Diskussion. Aber wie soll das zeitlich zu schaffen sein?
Oberbürgermeister Henning Binnewies (SPD) hatte mit Hinweis auf eklatante Sicherheitsmängel an der Worthschule einen Umzug im Sommer 2009 an den Georgenberg gefordert.

Ort und Termin blieben weiterhin erklärtes Ziel des Rathauses, bestätigte gestern Sprecherin Susanne Roßdeutscher und kündigte eine Presse-Information für die kommende Woche an. Konzeptionelle Probleme sehe man nicht, "da es bei Schulen im Landkreis bereits positive Erfahrungen gibt .
Lucksch sieht das mindestens in Teilen anders und will auch nicht unbedingt an 2009 festhalten, nur weil da dicke Fördergelder winkten. "Wir geben auch den beiden Hauptschulen ein Jahr Zeit zur Fusionsvorbereitung gab sie zu bedenken und steht nicht alleine da.
Als "informative und gute Veranstaltung lobte CDU-Fraktionsvize Hans-Henning Körner die Sitzung vom Donnerstag und konnte den OB-Argumenten bei Baukosten und -zeiten durchaus beipflichten: Der Umbau an der Pestalozzischule könne in den Sommerferien erfolgen, das frei werdende Gebäude solle offenbar verkauft werden. Aber der Hinweis auf positive Landkreis- Erfahrungen sei fraglich. Solcher Art kombinierte Schulen seien am Ende allesamt aufgelöst worden. Und. "Eine solche Frage ist nicht von eben auf gleich zu lösen, in der Regel hat man ein Schuljahr Zeit." Dieser Zeitdruck sei Binnewies anzukreiden, man habe mindestens ein Jahr verloren.
Ähnlich sieht es Rainer-Rudolf von Oehsen (FDP): "Mit dem Zeitdruck habe ich Bauchschmerzen", sagte der Liberale, schließlich seien die baulichen Mängel an der Worthstraße "schon ewig bekannt". Und ob sich die pädagogischen Konzepte tatsächlich ergänzten? Von Oehsen: "Ich bin da sehr zwiegespalten."

GZ-Bericht vom 18. April 2009