Eltern fürchten Qualitätsverlust
Worthschule: Unverständnis über Problemlösung im "Hau-Ruck-Verfahren"
Von Sabine Kempfer
GOSLAR. Nach dem Verwaltungsausschuss wurde das Thema Worthschule gestern Abend wegen "noch existierenden Beratungsbedarfs" von der Tagesordnung des Rates genommen (siehe Bericht unten). Kritik hatte es unter anderem vom Schulelternrat der Pestalozzischule gegeben er fühlt sich von den Plänen, die stadtseitig für den Umzug der Worthschule an die Förderschule geschmiedet wurden, übergangen. "Wir möchten für unsere Kinder die einmal erreichte Unterrichtsqualität an der Pestalozzischule beibehalten, die nicht mehr gewährleistet wäre, wenn nach und während der Umbau- und Sanierungsarbeiten Klassenräume wegfallen bzw. Schüler auf engstem Raum unterrichtet werden müssen. Hinzu kommt, dass der zeitlich vorgesehene Rahmen bis zur Zusammenlegung im Sommer 2009 sicherlich nicht eingehalten werden kann.

Lehrer und Schüler sind während der Sanierungsarbeiten Lärm, Baustellenbelastung, gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt, verbunden mit der Unfallgefahr für die Kinder während der gesamten Dauer der Arbeiten", so Schulelternrats-Vorsitzende Anneliese Bosse-Koch. Die Kinder einer Förderschule benötigten aufgrund ihrer vielfältigen Beeinträchtigungen auch die besondere Zuwendung ihrer Schule, die dann nicht mehr gegeben sei, denn die Schülerzahl würde sich fast verdoppeln, die für Förderkinder praktizierten Konzepte kämen zu kurz. "Wir verstehen selbstverständlich die Ängste der Eltern an der Worthschule aufgrund der fehlenden Brandschutzmaßnahmen, sind aber gleichzeitig erstaunt, dass die zu einem früheren Zeitpunkt vorgelegten Okerpläne ausgeschlagen wurden", meint Bosse-Koch. Dies ist nach Auskunft der Stadt noch immer der aktuelle Stand. Die Eltern verstehen zudem nicht, warum das bekannte Problem nicht schon eher in Angriff genommen wurde, statt es jetzt im "Hau-Ruck-Verfahren" zu lösen.

Schulumzug: Erneute Beratungen
Von Frank Heine
GOSLAR. Der von der Verwaltung favorisierte Umzug der Grundschule Worthstraße in die Pestalozzi-Förderschule am Georgenberg wird neu beraten Oberbürgermeister Henning Binnewies nahm das Projekt gestern schon im nicht öffentlichen Venvaltungsausschuss (VA) von der Tagesordnung.
Im Rat teilte das Stadtoberhaupt eine neue Terminierung mit. So soll die ebenfalls nicht öffentliche Arbeitsgruppe für die Schulentwicklungsplanung am 16. April an der Worthstraße tagen, ehe VA und Rat am 19.

Mai eine Entscheidung treffen sollen. Nach Auskunft von Rathaus-Sprecherin Susanne Roßdeutscher soll auch noch eine Sondersitzung des für Schulen zuständigen Fachausschusses für Bürgerservice, der öffentlich über die Bühne geht, zwischengeschaltet werden.
Im Beisein von Worthschulen-Rektorin Beate Meyer-Albrecht, die auf den gut besuchten Zuhörerrängen saß, ließ Binnewies aber keinen Zweifel an der Dringlichkeit des Problems: Die bauliche Situation an der Worthstraße sei "katastrophal . Vor Wochenfrist hatte er noch drastischer formuliert: "Wir können nur jeden Abend beten, dass nichts passiert".
GZ-Bericht vom 25. März 2009