Wahrzeichen oder überflüssig?

 Foto: Schenk

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Ist der Uhrturm ein Wahrzeichen oder überflüssig?
Von Sabine Kempfer
Der Goslarer Georgenberg-Turm droht in der Versenkung zu verschwinden.
GOSLAR. Was wird aus dem "Glockenturm" der Georgenbergschule? Kommt das im Zuge des Schulausbaus abgenommene "Wahrzeichen" wieder aufs Dach, und wenn ja, wer bezahlt das?
Der Schulstandort für Pestalozzi- und Worthschule stand im Mittelpunkt des Interesses der Mitglieder des Betriebsausschusses (ehemals Werksausschuss) des Goslarer Gebäude Managements (GGM), der nach einer Ortsbesichtigung am Donnerstag auch gleich in der Schule tagte.
Die Bündnis 90/Die Grünen schlagen den Wiederaufbau des "Glockenturms" vor, der eigentlich ein Uhrenturm ist. In dem entsprechenden Antrag heißt es: "Der Glockenturm hatte ortsbildprägenden Charakter." Es könne nicht sein, dass die Stadt den Bürgern hohe Auflagen für den Erhalt des historischen Stadtbildes mache, selbst aber keine Rücksicht auf gewachsene Strukturen nehme. Das sei "keine gute Vorbildfunktion", monierte Doris Juranek.
Der Turm wurde eingelagert, beseitigt wurde nach Auskunft des GGM lediglich die asbesthaltige Einkleidung. Statisch kann er jederzeit wieder aufgesetzt werden, auch die neue Dachkonstruktion würde den Aufbau tragen.
Klaus-Peter Sonnenbergs (CDU) Frage nach den Kosten beantwortete GGM-Leiter Wolf-Dieter Stelle mit "20 000 Euro plus x". Das Budget von 2,1 Millionen Euro für den Schulumbau sei eingehalten (und ausgeschöpft) worden, so Stelle. Der Turm ist nicht mehr drin. Das wollten die Politiker so nicht einfach hinnehmen. Die Identifikation stehe und falle mit diesem Wahrzeichen, meldete sich Gert Kannenberg (SPD) zu Wort. Ein Prozent der Bausumme sei das wert. Dirk Öhne (FDP) sieht das etwas anders. Er äußerte Bedenken, dass der Uhrenturm optisch überhaupt noch zum Gesamtbild der umgebauten Schule passe, zeigte sich skeptisch, dass 20 000 Euro ausreichten, und plädierte dafür, lieber in Dinge zu investieren, die notwendig seien. Man müsse den Turm ja nicht "beerdigen", meinte Öhne und schlug vor, ihn "angemessen zu bewahren" möglicherweise im Mittelpunkt einer Ausstellung im Schulbereich.
In der Sache wurden sich die Politiker nicht einig, wohl aber im weiteren Verfahren: Die Verwaltung wurde beauftragt, eine Vorlage mit einem Beschlussvorschlag zu erstellen, der in den politischen Gremien beraten und abgestimmt werden kann. Berücksichtigt werden soll dabei auch eine mögliche Finanzierung durch Sponsoren und die Klärung der Denkmalfrage.
GZ-Bericht vom 31. Oktober 2009