Stellungnahme des Kollegiums

Stellungnahme des Kollegiums der Pestalozzischule zur Schulsituation während der Umbauphase (Stand 02.10.09)

Für die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule, ihre Lehrkräfte und die weiteren schulischen Mitarbeiter war das Arbeiten innerhalb der Baustelle für die letzten Schultage des vergangenen Schuljahres und in den acht Wochen bis zum Beginn der Herbstferien dieses Schuljahres durch erhebliche Belastungen gekennzeichnet, die oft über ein zumutbares Maß hinausgingen.
Im Vorfeld der Bauarbeiten war ein störungsfreier Unterricht zugesagt worden. Diese Aussage stieß auf Skepsis unsererseits; leider bestätigten sich unsere Befürchtungen:

  • Bereits vor Beginn des Unterrichts in der letzten Ferienwoche stellten die Lehrkräfte fest, dass vereinbarte Planungen hinsichtlich der zeitlichen Reihenfolge der Baumaßnahmen nicht eingehalten wurden.

  • Unterrichtsmaterialien für bestimmte Fächer wurden nicht sachgemäß verpackt, ebenfalls wurden persönliche Fächer überraschend geräumt, Inhalte sind bis heute z.T. nicht aufzufinden.

  • Bis heute, d.h. acht Wochen lang musste aus Kartons gelebt werden, denn eine Reihe von Klassen mussten zunächst in provisorischen Räumlichkeiten untergebracht werden.

  • Die Fachräume (z.B. Werken, Küche, Kunst) standen nicht für den Fachunterricht zur Verfügung.

  • Empfindliche Geräte wurden nicht sachgemäß vor Staub geschützt, so dass diese nun aufwändig gereinigt werden müssen. Dies gilt auch für den Computerraum, der nicht sachgerecht versiegelt wurde und erst nach Wochen wieder in Betrieb genommen werden konnte. Zugesagt war eine Übergangszeit von zwei Wochen!

  • Die Fachmaterialien (z. B. Lexika, Landkarten) sind ausgelagert und nicht zugänglich.

  • Unter der Nichtzugänglichkeit von Arbeitsmaterialien hatten insbesondere die drei Lehramts-Anwärterinnen der Pestalozzischule erheblich zu leiden. Die Prüfung einer Anwärterin war ebenfalls dem Baulärm ausgesetzt.

  • Phasenweise musste gegen heftigen Baulärm gearbeitet werden (u.a. mussten auch Klassenarbeiten geschrieben werden), was insbesondere für unsere oft durch Konzentrationsprobleme und leichte Ablenkbarkeit beeinträchtigte Schülerschaft eine massive Belastung darstellte, die kaum aufgefangen werden konnte. Wegen des Baulärms musste die Schulleitung des Öfteren intervenieren. Verabredet war eigentlich, lärmintensive Arbeiten am Nachmittag außerhalb der Unterrichtszeit durchzuführen.

  • Verstoßen wurde auch permanent gegen die Zusage, den Kran mit gefährlichen Lasten auf dem Schulhof nur im Notfall am Vormittag zu bewegen.

  • Durch die Bautätigkeit waren alle ständig Staub und Dreck ausgesetzt.

  • Zugesagte Trennungen von Bautrakt und fertigen Trakten wurde nicht eingehalten. Dadurch kam es zu Gefährdungssituationen für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Bauhandwerker. Glücklicherweise ist niemand während der Umbauzeit zu Schaden gekommen.

  • In einem Trakt war zudem tagelang kein Strom vorhanden und es fehlte vier Wochen lang die Wasserzufuhr. Geheizt werden kann hier bis heute noch nicht.

  • Das Gebäudemangement hatte, um die Arbeiten zu beschleunigen, im Vorfeld der Baumaßnahme zugesagt, dass auch bis in den Abend hinein und am Wochenende gearbeitet werden würde. Dies war in der Regel nicht der Fall.

  • Oft vermissten wir eine zuständige Bauleitung. Schulleitung und Lehrkräfte mussten sich als "Baufachleute" für Planungen einbringen. Auf der anderen Seite wurde schulisches Fachwissen bei wichtigen Fragen nicht eingefordert, so dass es zu baulichen Unzulänglichkeiten kam.

  • In der letzten Sommerferienwoche wurde der komplett ausgestattete Schulkiosk aus Brandschutzgründen ohne Rücksprache mit der Schülerfirma oder mit der Schulleitung kurzfristig abgerissen. Wochenlang hieß es, es sei kein Geld für eine Wiederherstellung vorhanden. Erfreulicherweise hat der Oberbürgermeister Herr Binnewies in einem Gespräch in der Woche vor den Herbstferien den Wiederaufbau des Kiosks zugesagt. Er wird sich dafür einsetzen. Darüber sind wir sehr froh!

Flexibilität und Geduld gehören zum Handwerkszeug von Pädagogen, aber was den Menschen der Pestalozzischule zugemutet wurde, hat das Miteinander überaus heftig strapaziert. Gern werden wir uns wieder unserem Kerngeschäft, nämlich dem Unterricht, zuwenden.