Bautechnik
Berufsorientierungsunterricht Bautechnik
In fachpraktischen Unterricht in der Bauhalle in Bad Harzburg haben wir einen Einblick in die Bauberufe Maurer, Dachdecker, Tiefbauer und Zimmermann erhalten. Hier war alles super durchorganisiert und die jeweils sechs Stunden Unterricht vergingen wie im Fluge.
Bevor es losging, mussten wir die Sicherheitsschuhe anziehen, denn es kann sein, dass man in einen Nagel tritt oder dass einem ein Stein auf den Fuß fällt. Dann bekamen wir eine theoretische Einweisung. Uns wurden z.B. verschiedene Dachdeckungsmaterialien gezeigt und dann mussten ergründen, für welche Dächer welche Materialien geeignet sind und aus welchen Rohstoffen sie hergestellt worden sind. Bevor wir loslegen konnten, mussten wir unsere Projekte berechnen und die Zeichnung richtig lesen. Das erinnerte an die Metalltechnik aus dem letzten Jahr. Wie lang soll meine Mauer sein, wie viele Kalksandsteine benötige ich, wie hoch und wie dick müssen die Fugen sein und auf welche Dinge muss ich sonst noch achten beim Mauern? Auch das Einrichten des Arbeitsplatzes, das Zusammenstellen der benötigten Werkzeuge und Materialien ist wichtig, damit der Arbeitsplatz nicht im Chaos versinkt.
Jeder Arbeitsschritt wurde vorgemacht und dann waren wir dran. Beim Fachpraxislehrer sah alles so einfach aus…Warum fällt mir der Mörtel bloß immer wieder vom Stein und warum kriege ich ihn nicht so gesetzt, dass Waage und Lot stimmen? Aber mit der Zeit ging es dann immer besser, auch wenn der Rücken vom Bücken wehtat, die Hände schmutzig wurden und die Kalksandsteine schwer waren. Am Ende wurde unsere Mauer unter vielen Gesichtspunkten bewertet, so dass wir genau wussten, was uns gelungen war und wo wir noch üben mussten.
Oft waren die Bewertungen der Mädchen genauso gut wie die der Jungen. Allerdings fehlte manchmal ein wenig die Kraft, beispielsweise beim Herausziehen der Nägel aus den Dachlatten oder beim Sägen von Kanthölzern. Aber hier konnte man dann auch feststellen, dass es hilfreich ist, auf dem Bau im Team zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Wie in allen Berufsfeldern bekamen wir am Ende ein Zertifikat über unsere Teilnahme – allerdings nur diejenigen, die morgens pünktlich den Weg zum Bahnhof geschafft hatten – und das waren leider nicht immer alle. Diejenigen, die die Bautechnik erfolgreich durchlaufen haben, waren jedenfalls mächtig stolz darauf, ein Dach gedeckt oder ein Stück Weg gepflastert zu haben. Jedoch haben wir auch gemerkt, dass im Bauhandwerk die Anforderungen an die Handgeschicklichkeit, die Kraft und das technische Verständnis recht hoch sind. Allerdings verdienen hier die Auszubildenden auch gut.











