Neue Lampen abgelehnt

GZ vom 30.11.2010

Neue Lampen abgelehnt

Ausschuss empfiehlt Leuchtmittel-Austausch und eine Pflasterung am Georgenberg

Von Heinz-Georg Breuer

GOSLAR. Wenn es nach der Empfehlung des Ausschusses für Bürgerservice geht, erhält der Schulstandort Georgenberg keine separate neue Beleuchtung für den Weg zwischen Hoher Brink und Eingang Worthschule. Eine Asphaltierung von der Sporthalle Richtung Pavillons wurde hingegen befürwortet.

Mit der Entscheidung folgte das Gremium mehrheitlich einem Änderungsantrag der Grünen gegen die Vorlage der Verwaltung, die 9000 Euro für Beleuchtung und 6000 Euro für eine Pflasterung veranschlagt hatte.

Separate Eingänge

Die geplante Maßnahme stellte sich auch als Spätfolge des jeweiligen Wunsches der Schulleitungen nach einem separaten Eingang im Zuge der Zusammenlegung von Grund- und Förderschule am Georgenberg dar. Dieser wiederum soll laut Vorlage „die Eigenständigkeit sowohl der katholischen Bekenntnisschule als auch der Förderschule dokumentieren" - die Grundschüler über den Hohen Brink, die Förderschüler über die Heinrich-Pieper- Straße.

An die Spitze der Ablehnung setzte sich Grünen-Fraktionsvorsitzende Doris Juranek, als Lehrerin an der Pestalozzi-Schule seit Jahrzehnten mit Heimvorteil und entsprechender Erfahrung ausgestattet. Sie hielt den angesprochenen Bereich nicht für zu finster und meinte, es reiche aus, an der vorhandenen Beleuchtung etwas zu machen. Außerdem gebe es im Winter drei Eingänge über den beleuchteten Schulhof.

Wüste Debatte

Es entspann sich ein wüstes Durcheinander an Meinungen mit entsprechend wüster Abstimmung. CDU-Mann Klaus-Eberhard Roschanski konnte sich Juranek anschließen, ebenso SPD-Frau Anke Berkes, die argumentierte, es gehe ja nicht um den Haupteingang und es reiche wohl aus, das Leuchtmittel in den vorhandenen Lampen auszutauschen.

Das sah SPD-Frau Helga Wrede ganz anders: Wenn die Route als Schulweg ausgewiesen sei, dann müsse sie auch vernünftig beleuchtet werden. Ganz schweres Geschütz fuhr Fachbereichsleiter Burkhard Siebert auf, der sich für die Ursprungsvorlage aussprach: Als Schulträger habe man die Verkehrssicherungspflicht, und bei einer anderen Entscheidung „lehne ich die Verantwortung" ab. Die Vorlage betont, dass die Maßnahmen zur Schulwegplanung und -Sicherung in Kooperation zwischen Schule und Polizei ausgearbeitet worden seien.

KOMMENTAR

Die Kirche im Dorf lassen

Von Heinz- Georg Breuer

Gerade in Zeiten, in denen das Geld knapp ist, sollte man bei der Beleuchtung am Georgenberg die Kirche im Dorf lassen,
und das aus zwei Gründen.

Zum einen wird eine mit dem Standort bestens vertraute, erfahrene Pädagogin wie die grüne Ratsfrau Doris Juranek wohl
kaum Schulkinder leichtfertig in Gefahrensituationen laufen lassen. Ihr Urteil hat also Gewicht.

Zum anderen, und das erzürnt dann schon, wird hier wieder wie jüngst am Markt heuchlerisch die Sicherheit der Kinder für eigene Interessen vorgeschoben. Eigenständigkeit dokumentieren durch eigene Eingänge? Was für ein Schmarren. Das Gegenteil ist hierzulande längst angesagt. In der Theologie nennt man das Ökumene, in der Pädagogik Integration. Gab es nicht während der Umzugsphase auch entsprechende (Lippen-)Bekenntnisse?