Schulinspektion-Ergebnis
Zusammenfassung des Berichts der Schulinspektion für die Schulöffentlichkeit
Ein Inspektionsteam der Niedersächsischen Schulinspektion besuchte vom 20.09. bis zum 23.09.2010 die Pestalozzischule Goslar.
In dem Bericht der Schulinspektion vom 17.11.10 wird dargelegt, wie das Inspektionsteam die Qualität der Schule bewertet. Im Mittelpunkt steht die Qualität des Unterrichts an der Schule. Enthalten sind Qualitätsurteile zu insgesamt 16 Kriterien. Der Bericht benennt die besonderen Leistungen und Stärken der Schule und beschreibt Schwächen und Verbesserungsbereiche. Dabei werden die besonderen Ausgangs- und Rahmenbedingungen berücksichtigt. Ziel ist es, die Schule zur Festigung ihrer Stärken und zur Verbesserung der Qualität in bestimmten Bereichen anzuregen.
Die Bewertung der Qualitätskriterien erfolgte nach vier Beurteilungskategorien:
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4 |
stark |
Die Schule weist bei diesem Qualitätskriterium in den Teilkriterien nur Stärken auf. |
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3 |
eher stark als schwach |
Die Schule weist bei diesem Qualitätskriterium in den Teilkriterien mehr Stärken als Schwächen auf. |
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2 |
eher schwach als stark |
Die Schule weist bei diesem Qualitätskriterium in den Teilkriterien mehr Schwächen als Stärken auf. |
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1 |
schwach |
Die Schule weist bei diesem Qualitätskriterium in den Teilkriterien nur Schwächen auf. |
Die Pestalozzischule in Goslar wird in acht Qualitätskriterien mit eher stark als schwach und in drei Qualitätskriterien sogar mit stark bewertet. Insgesamt hat die Schule den Qualitätscheck mit Bravour bestanden.
Dem Kollegium der Pestalozzischule sind allerdings auch die Kritikpunkte der Schulinspektion bewusst. Nicht zuletzt die geplanten Fortbildungsveranstaltungen für das Gesamtkollegium weisen darauf hin, dass es an der Verbesserung der Schulqualität arbeitet. Die meisten Kritikpunkte beziehen sich auf unzureichende Dokumentationen, noch nicht vorgenommene curriculare Abstimmungen und Vernetzungen sowie auf die verbesserungsfähigen Einbindungen von Schülern und Eltern in die schulischen Aktivitäten.
In folgenden drei Qualitätskriterien erhält die Pestalozzischule die Bewertung 4 (stark):
1. Lehrerhandeln im Unterricht und Pädagogisches Klima
Prägende Stärke im Unterricht der Pestalozzischule ist das pädagogische Klima, das durch ein hohes Maß an persönlicher Zuwendung und Verlässlichkeit zu einer tragfähigen Lehrer-Schüler- Beziehung führt. Im Unterrichtsgeschehen ist überwiegend eine freundliche und konstruktive Arbeitsatmosphäre wahrzunehmen. (Bericht der Schulinspektion, S. 16)
2. Schülerberatung und -betreuung
In der Praxis wird der Beratungsbedarf von Schülerinnen und Schülern, Erziehungsberechtigten und Lehrkräften wahrgenommen und durch vielfältige Maßnahmen umgesetzt. S.19
3. Schulklima und Schulleben
An der Pestalozzischule herrscht überwiegend ein respektvoller und freundlicher Umgang zwischen allen Beteiligten. Die befragten Schülerinnen und Schüler bestätigen, dass sie sich an der Schule sicher und wohl fühlen. Die Lehrkräfte identifizieren sich mit der Schule und betonen, dass sie sich trotz einschränkender Belastungen an ihrem Arbeitsplatz sehr wohl fühlen. Dazu tragen die kollegiale Zusammenarbeit, geprägt durch ein hohes Maß an Vertrautheit und Offenheit, sowie gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung in besonderer Weise bei. Die Pestalozzischule hat vielfältige Angebote für ein anregendes Schulleben entwickelt. Die Schule macht allgemein einen gepflegten Eindruck und ist in vielen Bereichen mit aktuellen Schülerarbeiten einladend gestaltet. S.19/20
In folgenden acht Qualitätskriterien erhält die Pestalozzischule die Bewertung 3 (eher stark als schwach):
a. Zielorientierung und Strukturierung des Unterrichts
Fast durchgängig werden der Lehrstoff und die Aufgaben verständlich erläutert. Die Lehrkräfte sorgen fast durchgängig für einen geordneten Verlauf der Unterrichtsstunden, in denen auf die Einhaltung der Regeln geachtet und auf Verstöße rechtzeitig und konsequent reagiert wird. S. 14
b. Stimmigkeit und Differenzierung des Unterrichts
Die Inhalte und der Schwierigkeitsgrad sind durchgängig der Schulform und dem Jahrgang angemessen gewählt. Die Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler wird hinsichtlich der Auswahl der Materialien und Medien sowie Bezüge zur Lebenswelt und eine Handlungsorientierung gestützt. Die eingesetzten Lehrmaterialien und Medien sind nahezu durchgängig auf die Inhalte und auf die Lerngruppen der jeweiligen Stufen abgestimmt. Sie sind motivierend, anschaulich und verständlich und unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernprozess.
Die Unterrichtsmethoden sind hinreichend auf die Lerngruppe sowie auf die Inhalte der Stunden abgestimmt; ein sinnvoller Methodenwechsel kann in ausreichendem Umfang beobachtet werden. Fachspezifische Arbeitsverfahren werden handlungsorientiert eingesetzt. S. 14/15
c. Leistungsanforderungen und Leistungskontrollen
Grundsätzlich werden pädagogische Prinzipien wie Ermutigung als Voraussetzung für die Persönlichkeitsstärkung der Schülerinnen und Schüler angesehen. Die Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft wird u.a. durch regelmäßige Sportfeste und die Teilnahme an regionalen Sportwettbewerben gefördert. S. 17
d. Eltern- und Schülerbeteiligung
Die Erziehungsberechtigten und die Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig über organisatorische, inhaltliche sowie allgemeine pädagogische Themen informiert. S.21
e. Kooperation mit Kindertageseinrichtungen, anderen Schulen und externen Partnern
Die Pestalozzischule arbeitet zur Förderung eines problemlosen Übergangs der Schülerinnen und Schüler mit vorschulischen Einrichtungen und Grundschulen zusammen. Als Förderzentrum sichert die Pestalozzischule seit dem Jahre 2007 die sonderpädagogische Grundversorgung an mittlerweile 13 von 17 Grundschulen im Einzugsgebiet. Um eine optimale Fortsetzung des Bildungsganges für ihre Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, kooperiert die Pestalozzischule mit anderen Schulen des Sekundarbereichs I. Mit der Berufsbildenden Schule Goslar-Bassgeige besteht eine Kooperation, die zur Durchführung von Praxistagen in den 9.Klassen und zum Austausch von Lehrkräften führt. Aus der Kooperation mit der BBS Goslar-Bassgeige erwachsen Projekte bzw. Unterrichtsbegleitungen, die von Auszubildenden der Fachschule für Sozialpädagogik regelmäßig durchgeführt werden. S.21f.
f. Führungsverantwortung der Schulleitung
Das Leitungshandeln der Schulleitung ist nach Wahrnehmung aller Beteiligten von Engagement im Schulentwicklungsbereich, Offenheit, Wertschätzung sowie hoher Sozialkompetenz geprägt. Damit handelt die Schulleitung vorbildlich bezogen auf die Werte und Grundsätze der Schule, stärkt die Schulgemeinschaft und sorgt durch die Förderung der Leitbild- und Schulprogrammentwicklung für abgestimmte Erziehungsgrundsätze. Die Schulleitung fördert die Zusammenarbeit in der Schule und unterstützt die Teambildung.
Durch den regelmäßigen Austausch mit dem Personalrat reflektiert die Schulleitung die Wirksamkeit des eigenen Führungsverhaltens. Die Schulleitung fördert die Zusammenarbeit der in Mobilen Diensten und integrativen Maßnahmen tätigen Lehrkräfte. S.22f.
g. Verwaltungs- und Ressourcenmanagement
Beim Lehrereinsatz werden spezielle fachliche und persönliche Kompetenzen der Lehrkräfte berücksichtigt. Einsatzwünsche werden im Vorfeld ermittelt und in abgewogener Weise in die Planung einbezogen.
Lehr,- Lern- und Arbeitsmittel stehen in der Schule in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Sie sind hinreichend aktuell und werden im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel nach Absprache ergänzt. Das Verfahren zur Vergabe der Haushaltsmittel ist für die Beteiligten transparent geregelt. Die angespannte Haushaltslage des Schulträgers bedingt, dass seit einigen Jahren jeweils zu- nächst eine vorläufige Haushaltsführung mit sehr begrenzter Mittelfreigabe verfügt wird. Nach Freigabe des Haushalts wird in der Regel eine sofortige Haushaltssperre angeordnet. Der Schule ist somit in Hinblick auf das Leitbild bzw. einzelne Ziele der Schule keine Priorisierung möglich.
Die Pestalozzischule erschließt sich im besonderen Umfang weitere finanzielle und personelle Ressourcen. Die Schulleitung vertritt die Interessen der Schule gegenüber dem Schulträger in regelmäßigen Kontakten, auch in problematischen Situationen. S. 23f.
h. Personalentwicklung und Förderung der Lehrerprofessionalität
Die Lehrkräfte erfahren an der Pestalozzischule nach eigenem Bekunden Wertschätzung und angemessene Entwicklungsmöglichkeiten. Die Würdigung der pädagogischen Arbeit innerhalb des Kollegiums, durch Schülerinnen und Schüler sowie durch die Schulleitung fördert die gute Arbeitsatmosphäre. Die Lehrkräfte sehen sich von Seiten der Schulleitung durch Gestaltungsmöglichkeiten bei verschiedenen Vorhaben in ihrem Engagement unterstützt. Die Bereitschaft der Lehrkräfte, ihre Verantwortung für den Erhalt und die Entwicklung ihrer Professionalität wahrzunehmen, ist zu erkennen.
Durch den konstruktiven Einfluss der Lehrkräfte auf ihren Unterrichtseinsatz finden hierbei auch Aspekte der Personalentwicklung angemessene Berücksichtigung. Im Interview mit den Lehrkräften wurde deutlich, dass zwischen Schulleitung und Kollegium ein offener Austausch besteht, der es der Schulleitung ermöglicht, spezielle Kompetenzen und Interessen der Lehrkräfte zu erkennen. S.25
Zusammenfassung:
Ihrem Leitbild Wir lernen mit Kopf, Herz und Hand folgend richtet die Pestalozzischule ihr pädagogisches und konzeptionelles Handeln darauf aus, in einem sicheren Orientierungsrahmen ein positives Leistungsklima zu schaffen und den Schülerinnen und Schülern gute Voraussetzungen für eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu eröffnen. Ein umfassendes Regelwerk wird konsequent umgesetzt und vielfältige präventive Maßnahmen sorgen in vorbildlicher Weise für ein Schulklima, in dem sich die Schülerinnen und Schüler sicher und wohl fühlen.
Mit einem transparenten und konsequenten Erziehungsverhalten sowie zielgerichteten Kontakten zu unterschiedlichen Beratungseinrichtungen bietet die Schule den Schülerinnen und Schülern und deren Erziehungsberechtigten verlässliche und orientierende Begleitung. Auf einer vertraulichen Basis bieten alle Lehrkräfte frühzeitig und besonders wirkungsvoll Hilfe und Unterstützung an.
Im schuleigenen Curriculum ist erkennbar, wie die Schule grundlegende Kultur- und Sozialkompetenzen mit dem Ziel einer selbstverantwortlichen Lebensführung aufbaut und auf die Eingliederung in die Arbeitswelt vorbereitet.
Im Unterrichtsbereich stellt das Qualitätskriterium Pädagogisches Klima eine besondere Stärke dar. Die Pestalozzischule legt Wert auf störungsfreies Lernen und Unterrichten sowie einen freundlichen respektvollen Umgangston und setzt dies mit dem Trainingsraumprogramm wirkungsvoll um. An der Schule wird verlässlich und den Schülerinnen und Schülern zugewandt unterrichtet. Grundsätzlich ist eine positive Erwartungshaltung in die Entwicklungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler wahrzunehmen.
Ein Verbesserungsbereich liegt in der Bereitstellung von Gestaltungsräumen, in denen eine größere Anzahl von Schülerinnen und Schülern auch im Schulleben selbst Verantwortung übernehmen können.
Verbesserungspotentiale haben sich in den Unterrichtseinsichtnahmen hinsichtlich der Zielorientierung, der Berücksichtigung unterschiedlicher Anforderungsbereiche, der Binnendifferenzierung und in der Förderung aktiver Lernprozesse gezeigt. S.28
Ein tragfähiges Fundament für eine weitere erfolgreiche Schulentwicklung bilden dabei ein hohes Maß an kollegialer Zusammenarbeit, pädagogischem Konsens und fachlichen Kompetenzen, ein zielorientiertes und unterstützendes Schulleitungsteam sowie vielfältige Vernetzungen mit außer-schulischen Partnern. (Bericht der Schulinspektion, S. 29)
Ablauf der Schulinspektion
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